Tipps für Eure Hochzeitsplanung – Briefing für den Fotografen

Hilfe, die Hochzeit steht bevor und ihr habt an alles gedacht, sogar einen Fotografen (oder eine Fotografin 😉 gebucht. Damit ihr nach der Feier auch die Bilder bekommt, die ihr euch wünscht, gibt es einige Tipps. Denn das richtige Briefing ist genauso wichtig wie das erste Kennenlernen.

Zeitplan

Wann muss man als Fotograf wo sein? Geht es zum Styling zu Hause oder beim Friseur los oder erst zur Zeremonie. Was ist danach geplant? Gibt es einen Location-Wechsel?

Für den Fotografen ist die erste Adresse, bei der er sein muss, am wichtigsten. Aber auch danach ist es gut zu wissen, wo man stehen und gehen muss. 

Gibt es im Laufe des Tages geheime Aktionen, die Gäste planen? Bitte eine euch nahstehende Person, sich bei den Anderen zu erkundigen und ggf. dem Fotografen Bescheid zu geben.

Nützliche Hinweise für den Fotografen: Gibt es vor der Kirche, dem Standesamt oder der Location ein Parkverbot. Habt ihr Parktipps auf Lager, freut sich der Fotograf. Dieser hat meist viel Equipment zu schleppen und freut sich über jeden Insider-Tipp.

Mögliches Fotoverbot

Es gibt Dienstleister, die ebenfalls zu Gast sind, aber trotzdem nicht gerne auf euren Fotos zu sehen sein wollen. Zum Beispiel der Pfarrer, der Standesbeamte oder Kellner eines Caterings. Bitte klär vorab ab, ob bestimmte Personen nicht fotografiert werden möchten.

Zeremonie unplugged

Es gibt nicht nur Konzerte unplugged, sondern auch Zeremonien. Das bedeutet: Während der Feier in der Kirche oder im Standesamt fotografiert nur der Fotograf, während sich die Gäste auf die Zeremonie konzentrieren.

Vorteil für die Gäste: Sie bekommen mehr vom besonderen Moment mit.

Vorteil für den Fotografen: Gäste versperren nicht die Sicht, photo-bomben kein Bild oder blitzen die Braut ab. Außerdem werden die intimen Momente nicht gesprengt. Danach bleibt immer noch Zeit für Schnappschüsse aller Art.

 

Gruppenfotos

Gruppenfotos sind ein echtes Must-Have bei jeder Hochzeit. Überlegt wirklich noch mal genau, wer unbedingt auf den Bildern zu sehen sein soll.

Ein guter Fotograf macht auch abseits der Gruppenfotos noch Schnappschüsse, aber er/sie kann nicht garantieren, dass auch wirklich alle Gäste auf den Bildern zu sehen sein werden. Hat eure Gesellschaft also mehr als 15 Gäste, überlegt euch genau, wer fürs Fotoalbum nicht vergessen werden darf.

 

Am besten erstellt eine Liste aus Verwandten, Freunden, Trauzeugen und Co. und in welchen Kombinationen (nur Braut/Bräutigam oder mit Brautpaar) sie abgelichtet werden. Übergebt die Liste eurem Fotografen.

 

Eine wichtige Hilfe: Gibt es einen Gast, der möglichst viele andere Gäste kennt und helfen kann, die Leute zusammenzusuchen? So kann der Ablauf schneller durchgezogen werden. Während die eine Gruppe abgelichtet wird, kann dieser eine Gast schon die anderen für die nächste Gruppe bereitstellen.

Fettnäpfchen vermeidet man, wenn ihr eurem Fotografen mitteilt, ob manche Gäste nicht zusammen in einer Gruppe abgelichtet werden sollen/wollen. Zum Beispiel gibt es geschiedene Ehepaare oder zerstrittene Verwandte, die viel Abstand zueinander brauchen?

 

Paarfotos

Plant genügend Zeit für euer Paarshooting ein. Auch wenn ihr nur ein paar schöne Bilder braucht, euer Fotograf braucht etwas mehr Zeit. In der Regel 45 bis 60 min. Müsst ihr für euer Paarshooting weiter weg fahren, plant großzügig Zeit für die Fahrt ein. Überlegt euch auch einen passenden Zeitpunkt für das Shooting: Die anderen Gäste sollen sich nicht stundenlang langweilen, weil ihr nicht da seid.

Was ist eine schöne Location: Prinzipiell kann jeder Ort schön sein zum Fotografieren, ein grünes Fleckchen Natur, eine Backsteinmauer, etc. Wichtig ist, dass der Hintergrund ruhig ist (also nicht zu viele Farben/Muster) und der Ort sollte etwas abseits von den anderen Gästen liegen.

Shootet ihr direkt vor der Nase der anderen Gäste, werdet ihr immer wieder von diesen abgelenkt (irgendjemand will immer gerade nur ganz kurz gratulieren). So schaltet man nicht ab und diese Hektik spürt man auf den Bildern.

Deko

Insgesamt hat man viel Zeit und Mühe in die Deko investiert, die soll dann auch in Erinnerung bleiben. Ein guter Fotograf wird auch alle wichtigen Elemente einfangen. Hellsehen kann er allerdings nicht.

Vielleicht liegt euch Omas handgeklöppeltes Tischdeckchen besonders am Herzen, für den Fotografen ist es hingegen einfach nur eine Decke. Er hat keine so starke emotionale Verbindung zu den Gegenständen wir ihr. Weißt ihn also darauf hin, dass z.B. die Dekoschwalben am Eingang euch viel bedeuten, weil ihr sie in der 3. Generation vererbt bekommen habt.

Natürlich müsst ihr keine dezidierte Liste aufstellen, aber vielleicht gibt es unter der Menge an Deko-Elementen das eine besondere Stück, das unbedingt auf den Fotos zu sehen sein soll.

 

Fragen vor Ort

Sicher gibt es Rückfragen vor Ort. Damit euch der Fotograf nicht die ganze Zeit ab Rockzipfel hängt, gebt ihm die Handynummer eines Gastes (Trauzeugen oder Schwester/Bruder), der ebenfalls einen guten Überblick über die Organisation hat. Detailfragen kann dann diese Person unkompliziert beantworten.

 

Realistische Erwartungen

Es ist wichtig, vorab den Ablauf durchzusprechen. Trotzdem gibt es spontane Aktionen von Gästen, Abläufe und Co., die weder Brautpaar noch Fotograf auf dem Schirm haben. Bucht ihr nicht nur ein Paarshooting, sondern eine Reportage über mehrere Stunden, kann man nicht erwarten, dass alles perfekt abläuft.

Beispiel gefällig?

Von der Kirche zur Partylocation müssen alle mit dem Auto fahren. Das Brautpaar kommt vor dem Fotografen an, weil dieser noch einen Parkplatz sucht. So verpasst er die Ankunft, die von den anderen Gästen mit Ballons, Konfetti o.ä. zelebriert wird. Der Fotograf wusste von nix, die Ankunft war nicht koordiniert und das Paar ist am Ende enttäuscht, dass die Begrüßung fehlt. 

 

Fazit

Natürlich sind diese Tipps nur ein grober Fahrplan für euch. Ein professioneller Fotograf wird alle Punkte auch direkt vorab ansprechen. Aber manchmal rutscht auch dem Profi mal eine Frage durch.

Je besser als beide Seiten vorbereitet sind und offene Fragen geklärt haben, desto entspannter kann der Tag dann ablaufen.